Du musst Dich nicht nach vorne drängen, nicht mit hängender Zunge denen nachlaufen, die sich „erfolgreich“ nennen. Du musst nicht jederzeit sicher sein, alles richtig zu machen, musst nicht am lautesten rufen, um endlich bemerkt zu werden. Du darfst sein, wie Du bist, sagen was Du denkst und fühlst, schweigen und zögern, wenn der Weg unklar ist. Du darfst trauern, solange Du es brauchst, still werden, wenn Dir alles zu laut ist. Dir ist zugesagt, dass Du gesehen wirst – wirklich gesehen, ganz und gar: mit Deinem Mut und Deinem Unmut, mit Deinen verborgenen Talenten, die vielleicht nur Du selbst kennst, mit Deinen Hoffnungen und Erwartungen, die noch in Dir verborgen sind, mit Deinen Nöten, um die niemand weiß, mit Deinen Verletzungen, die andere nicht sehen wollen, mit Deinem Willen, zu dem zu stehen, was Dir wirklich wichtig ist, mit dem, was Du noch vorhast, mit Deinem Aushalten und Widerstehen. Für einen Augenblick nur: Spür Dich gesehen, wahrgenommen – mit Haut und Haar, mit Herz und Verstand. Richte Dich auf als An-gesehene/r – denn darauf darfst Du vertrauen, es ist Dir zugesagt und mir – jedem Menschen, seit jeher! Steh auf und sei, wer Du bist und was Dich ausmacht!
(Quelle: Thomas van Vugt & Claudia Schäble, Adventus 2025, autorenteamBaEi@gmx.de, In: Pfarrbriefservice.de)
Gebetsimpulse, Gute Worte für den Tag, Raum für persönliche Gedanken und Gebete – das findet Ihr in der Rubrik. Das gute Wort Schaut mal rein.
Wir sind voll, so voll sind wir, und das Leben ist es auch. Voller Eindruck und Nachdruck, Vorsicht und Rückblick, Pilates und Powerpoint. Konsum und Kindeswohl. Gaben werden Aufgaben, wer viel gibt, von dem wird mehr zu erwarten sein, und am meisten erwarten wird von uns selbst. Je mehr du kannst und tust, umso größer Sind Verwunderung und Enttäuschung, wenn das Getane nicht genügt, das kennt man von dir aber anders, da geht doch noch was, bis nichts mehr geht, bis du zu Boden gehst.