Das gute Wort – Ein kleines Wunder


Es war ein heißer Sommertag. Der Fluss glitzerte in der Sonne, und Jens und seine Freunde plantschten vergnügt im kühlen Wasser. „Wetten, ich springe vom Felsen?“ rief Jens. „Mach das nicht, die Strömung ist zu stark!“, warnte Paul. Doch Jens lachte nur – und sprang. Ein Schlag. Kaltes Wasser. Alles drehte sich. Jens wollte auftauchen, aber etwas zog ihn nach unten. Dann wurde alles schwarz.

„Wie schlimm die Kopfverletzungen sind, können wir noch nicht sagen“, sagte der Arzt leise. „Die nächsten 24 Stunden werden entscheiden.“ Die Eltern saßen an seinem Bett. Das Zimmer war still, nur das Piepen der Geräte war zu hören. Stunde um Stunde verging. Jens` Mutter hielt seine Hand und flüsterte: „Bitte, wach auf.“

In der Tiefe seines Schlafes begann Jens zu träumen. Er stand wieder im Fluss, doch das Wasser war klar. Eine riesige Gestalt mit einem langen Stab erschien. „Hab keine Angst. Ich heiße Christophorus. Ich trage dich.“ Da fühlte Jens, wie starke Arme ihn ans Ufer hoben. Alles wurde hell – und das Rauschen verstummte.

„Mama?“ Die Stimme war leise, aber klar. „Mama, Papa – ich bin am Leben!“ „Ich hab geträumt, jemand hat mich getragen. Ein großer Mann, er hieß Christophorus“, flüsterte Jens. Der Arzt lächelte: „Außer ein paar Schrammen und einer leichten Gehirnerschütterung haben wir nichts gefunden. In zwei Tagen darf er nach Hause.“

Zu Hause malte Jens einen Mann mit einem Stab, der ein Kind auf seinen Schultern durch das Wasser trägt. „Das ist Christophorus“, sagte er. „Damit ich nie vergesse, dass jemand da ist, der mich trägt – egal, was passiert.“ Sein Vater nickte. „Da hast du wohl einen Schutzengel gehabt, Jens. Aber im Leben müssen wir auch selbst gut auf uns aufpassen.“ Jens lächelte. „Ich springe nie wieder irgendwo hinein, ohne zu wissen, wie tief das Wasser ist.“ – „Das klingt nach einem guten Plan“, sagte der Vater.

Christophorus heißt „Christusträger“. Der Legende nach hat er das Jesuskind auf seinen Schultern durchs Wasser getragen.


(Quelle: Anna Zeis-Ziegler und Christian Schmitt, in: Pfarrbriefservice.de)

Gebetsimpulse, Gute Worte für den Tag, Raum für persönliche Gedanken und Gebete – das findet Ihr in der Rubrik.
Das gute Wort
Schaut mal rein.

Muttersegen im Marienmonat Mai

Muttersegen

Zuspruch wünsche ich dir,
wenn du an dir zweifelst.

Energie wünsche ich dir,
wenn dir die Kraft
auszugehen droht.

Verzeihen wünsche ich dir,
wenn sich zwischen dir und deinem Kind ein Graben auftut.

Freude wünsche ich dir,
am Lernen und sich entwickeln.

Loslassen können wünsche ich dir,
wenn es Zeit ist.

Liebe wünsche ich dir,
für dich und das Kind.

(Quelle: Agnes Arnold, @allerlei.agnes, in: Pfarrbriefservice.de)

Gedanken. – Leere als Lehre

Wir sind voll, so voll sind wir,
und das Leben ist es auch.
Voller Eindruck und Nachdruck,
Vorsicht und Rückblick,
Pilates und Powerpoint.
Konsum und Kindeswohl.
Gaben werden Aufgaben, wer viel gibt,
von dem wird mehr zu erwarten sein,
und am meisten erwarten wird von uns selbst.
Je mehr du kannst und tust, umso größer
Sind Verwunderung und Enttäuschung,
wenn das Getane nicht genügt,
das kennt man von dir aber anders,
da geht doch noch was,
bis nichts mehr geht,
bis du zu Boden gehst.

zum weiterlesen, bitte hier anklicken: