Das gute Wort

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Rot und grün

Emily darf mit Mutti zu einer kurzen Andacht mit in die Kirche. Eine Messe hält sie noch nicht durch. Interessiert schaut sich Erna um: die bunten Fenster, große Kerzen und das ewige Licht. Doch bald wird es ihr langweilig und sie fragt die Mutti: „Dauert es noch lange, bis die Ampel auf Grün schaltet?“

(09/22, Aus: „Wer lacht wird selig 2021″ © St. Benno Verlag Leipzig, www.vivat.de, in Pfarrbriefservice.de)

Go(o)dbye, Queen Elisabeth II

Sie war wahrlich
kein Königsmärchen.
Sie war Weltgeschichte.

Sie war keine Heilige.
Sie war eine Frau
mit prägender Geschichte.

Sie war nicht immer amüsiert,
was um sie herum geschah.
So mancher Zacken
ihrer Krone hat gewackelt.

Sie war die Ruhe selbst
in Krisen und Tragödien.
Was sie erlebt hat,
war viel mehr,
als in ein Leben passt.

Sie war ganz einfach da,
als königlicher Beistand
in unserer persönlichen
Lebensgeschichte.

„God save the Queen.“
Gott segne uns alle,
die wir königliche
Kinder Gottes sind.

(09/22, Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de)

Michael Gorbatschow
Ein Mann – Zwei Worte

Mein Russisch ist sparsam,
besteht aus zwei Worten:

Glasnost (Offenheit)
und Perestroika (Umbau)

Michail Gorbatschow
hat sie nicht erfunden,
aber er hat ihnen
Hoffnung eingehaucht.

Jetzt ist er verstorben,
doch wollen wir hoffen,
dass diese beiden
russischen Worte
in den russischen
Herzen weiterleben.

Als Worte und Werte.

(09/22, Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de)

Stürme des Lebens

Der Baum, einst groß und stark, schenkte Menschen Schatten,
einen Platz zum Entspannen und um Kraft zu tanken.
Für manche war er ein Orientierungspunkt, der ihnen den richtigen Weg zeigte.
Die Vögel fühlten sich in seinen starken Ästen sicher und geborgen.
Nun liegt er da, von den Stürmen des Lebens zerbrochen,
dunkle Wolken ziehen über ihm auf
und nichts erinnert noch an die einstige Schönheit.

Manche Menschen, einst freundlich, hilfsbereit und für andere jederzeit da.
Auch sie können den Stürmen des Lebens nicht mehr standhalten,
in ihren Seelen ziehen dunkle Wolken auf und sie zerbrechen daran.

JESUS DU BAUM DES LEBENS,
sei Du für diese Menschen
Halt, Kraft, Geborgenheit und Orientierung.
Zeige ihnen den rechten Weg und schenke ihnen Deine Liebe.
Amen

(08/22, Sabrina Böck, In: Pfarrbriefservice.de)

Die andere Seite

Der Krieg macht keine Pause
und kennt keinen Urlaub.

Während wir uns erholen können,
müssen die Menschen
in den bombardierten Gebieten
täglich um ihr Leben bangen und
unter den schrecklichen Folgen
leiden, ihre Toten betrauern
und begraben – für sie alle
bitten wir um Kraft und Trost.

Der Krieg lebt von der Lüge
und tötet zuerst die Wahrheit.

Während wir durch Berichte
informiert werden, die von der
Pressefreiheit bestimmt sind,
werden die Menschen in Russland
getäuscht und belogen.
Wir beten für Journalisten, die sich redlich mühen, aber auch
für all jene, die Lügen verbreiten.

Der Krieg zerstört jeden Tag
neu das Leben vieler Menschen.

Während wir in großer Sicherheit
und Freiheit leben können,
müssen die Menschen in der Ukraine
das Gegenteil erleiden.
Für sie alle beten wir um viel Kraft,
um Geduld und starke Hoffnung,
um baldigen Frieden und Ruhe.

Maria, du Königin des Friedens,
bitte für uns!

(08/22, Paul Weismantel, In: Pfarrbriefservice.de)

Abendgebet

Abends, wenn ich schlafen geh,
lass mich, mein Gott, einen Blick zurückwerfen
auf den sich neigenden Tag:
Wofür kann ich Dir Dank sagen?
Wo habe ich etwas falsch gemacht?
Habe ich etwas Gutes nicht getan
aus Bequemlichkeit oder Nachlässigkeit?

Was war mir heute besonders wichtig?
Warst auch Du mir wichtig?

Konnte ich heute der sein, der ich im Innersten bin?
Oder habe ich mir und anderen etwas vorgespielt?

Und wenn mir manches heute noch nicht recht gelang,
rücke Du es wieder zurecht
und schicke mir jetzt einen gesunden Schlaf,
eine ungestörte Nacht,
damit ich morgen mit frischen Kräften
weitergehen kann auf dem Weg zu Dir,
der Du auf mich in meiner tiefsten Seele wartest.

(08/22, Irmela Mies-Suermann, Pfarrbriefservice.de)

Morgengebet

Guten Morgen, mein Gott, mein Vater, mein Freund.
Die Nacht ist vorbei,
dankbar bin ich für die Stunden der Ruhe,
für das Schöpfen neuer Kräfte.

Mit Freude will ich an die Aufgaben dieses Tages gehen,
dankbar, dass Aufgaben auf mich warten,
vielleicht große im Beruf oder zu Hause,
vielleicht kleine wie ein Lächeln zum Nachbarn.

Schenke mir die Weisheit,
die wichtigen von den unwichtigen Aufgaben zu unterscheiden,
schenke mir die Einsicht, dass ich nicht alles machen kann,
und lass mich demütig sein,
weil ich vieles nicht so schaffe, wie es sein sollte.
Ich will mich versöhnen mit meinen Grenzen
und kann dann auch geduldig mit den Grenzen anderer sein.

Immer wieder will ich mir einige Minuten Zeit nehmen,
um dir von meinem Tag zu erzählen.
Und wenn ich in Zeitnot komme,
dann sieh es mir nach,
bis ich wieder mich bei Dir ausruhen kann.

So segne du diesen Tag! Amen

(08/22, Irmela Mies-Suermann, Pfarrbriefservice.de)

Warum nicht eine Frau als Priesterin?

Gewagt gefragt – aus Kindermund

Im Kommunionunterricht erfährt Peter, dass in der heiligen Messe stets nur ein Mann als Priester die von Christus eingesetzten Wandlungsworte über das Brot der Hostie sprechen darf, wodurch Gott selbst als „Leib Christi“ in Erinnerung an sein Abendmahl in besonderer Weise stets neu zur Welt kommt.

„Warum nicht eine Frau als Priesterin?“, stutzt Peter. – „Wieso?“, fragt die Unterrichtende.

„… ei, weil doch den eigentlichen Leib Christi, ich meine, den von Jesus – eine Frau zur Welt gebracht hat – Mutter Maria an Weihnachten“.

„Ach so“, meint die Verlegene, „ja, eigentlich hast du recht – vielleicht später …“

„… höchste Zeit …“, schweigt Peter.

(08/22, Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de)

Ist das Liebe?

Die Frage, damals an Petrus gerichtet,
geht heute an mich:

Liebst du mich?“

Da muss ich nicht lange nachdenken:
„Natürlich liebe ich dich!“

Bist du sicher?“

„Aber ja. Ich finde wirklich gut,
was du gesagt und getan hast.“

Ist das Liebe?“

„Immerhin komme ich fast jede Woche
zu dir in die Kirche zum Gottesdienst.“

Ist das Liebe?“

„Ich denke auch manchmal an dich
und bete zu dir.“

Ist das Liebe?“

„Etwa nicht? Aber wie soll ich dir
meine Liebe denn sonst zeigen?“

Durch dein Leben!“

(07/22, Gisela Baltes, In: Pfarrbriefservice.de)

Du bist unser Bezugsrahmen

Du bist unser Bezugsrahmen
aus dem wir nie zu fallen vermögen

wir können tausendfach
an Dir vorbei denken
vorbei eilen
vorbei handeln
vorbei glauben

wir bewegen uns dennoch
in all unseren Bezügen
und Beziehungen
in Dir

würden wir uns nach Dir ausrichten
was wäre das für ein Glück
wie sesshaft würde der Frieden werden
wie heiter würden wir die Tage durchschreiten

(07/22, Miriam Falkenberg, aus: dies., Kaum zu glauben. Gedichte an Gott und die Welt. Epubli 2021. www.gedichte-falkenberg.de, In: Pfarrbriefservice.de)

Gemeinsamer Spaziergang

Gestern habe ich Gott eingeladen,
mit mir spazieren zu gehen.

Schon bald waren wir gemeinsam auf dem Weg,
den ich täglich gehe.
Zuerst wusste ich nicht so recht,
was ich mit ihm reden sollte.
Aber dann fand ich die richtigen Worte
und öffnete ihm mein Herz.

Die ganze Zeit hörte er mir zu,
ohne mich zu unterbrechen.
Danach gingen wir eine Weile
schweigend nebeneinander her.
Später brach Gott das Schweigen
und sprach zu meinem Herzen.

Lange hörte ich ihm zu.
Er hatte mir soviel zu sagen.
Ab jetzt wollen wir wieder öfter
ein Stück miteinander gehen.

(07/22, Gisela Baltes, Pfarrbriefservice.de)

Spuren hinterlassen

Wenn du gehst
Für immer gehst
Hinterlasse eine Spur
Einen Abdruck deiner Hoffnung
Ein Profil
Der guten Tat
Dass die Erinnerung daran
Stets Hilfe sei
In dunkler Zeit
Dass jeder lesen kann
Wie gut es war
Dass es dich gab
Dass jeder spüren kann
Wie gut es tut
Deinem Schritt zu folgen

Sei kein Profiljäger
Aber auch
Kein Leisetreter

Dein Leben sei klar
Nicht verschwommen
Sondern wahr
Zeig allen
Die nach Spuren suchen
Dass es
Dein Leben
war

(07/22, Stanislaus Klemm, Pfarrbriefservice.de)

MEIN WUNSCH

Manchmal wünsch ich mir:
die Klugheit im Denken und Handeln
die Friedfertigkeit im Reden und Tun
die Ehrlichkeit in Reue und Umkehr
durchdringe die Finsternis in Kirche und Welt.

Ein frommer Wunsch – vielleicht.
Und doch:
Licht durchdringt alle Dunkelheit – ganz sicher.

(07/22, Christoph Joppich, Seelenzuckerl, Pfarrbriefservice.de)

Du hörst mir zu …

Du hörst mir zu
Und schaust nicht ängstlich auf die Uhr
Du schenkst mir Zeit
Und öffnest meinen Worten
Endlich eine Tür
Die längst verschlossen war
Meine Gedanken
Meine Ängste
Perlen nicht ab
An deiner Ungeduld
Sie sammeln sich
In deinem Ohr
Verwandeln sich
In Morgentau
In Hoffnung
Trost und Sättigung

(07/22, Stanislaus Klemm, Pfarrbriefservice.de)

Glaube

der mir in die Hand fällt
die ihn locker festhält
meinem Herzen vorstellt
und zum Weitergeben bereithält
der lebt wie jeder

Glaube
– ohne Zweifel
vom Zweifel

(07/22, Klaus Jäkel, Pfarrbriefservice.de)

Ökomenisches Friedensgebet 2022

von Missio + EMW Evangelische Mission Weltweit
von Sr. Mary Grace Sawe


Gebet auf deutsch

» Das Gebet «


Gütiger Gott, wir sehnen uns danach,
miteinander in Frieden zu leben.

Wenn Egoismus und Ungerechtigkeit
überhandnehmen,
wenn Gewalt zwischen Menschen ausbricht,
wenn Versöhnung nicht möglich erscheint,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Unterschiede in Sprache,
Kultur oder Glauben uns vergessen lassen,
dass wir deine Geschöpfe sind und
dass du uns die Schöpfung als gemeinsame
Heimat anvertraut hast,
bist du es, der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Wenn Menschen gegen Menschen
ausgespielt werden,
wenn Macht ausgenutzt wird,
um andere auszubeuten,
wenn Tatsachen verdreht werden,
um andere zu täuschen, bist du es,
der uns Hoffnung auf Frieden schenkt.

Lehre uns, gerecht und fürsorglich
miteinander umzugehen und der
Korruption zu widerstehen.

Schenke uns mutige Frauen und Männer,
die die Wunden heilen, die Hass und Gewalt
an Leib und Seele hinterlassen.

Lass uns die richtigen Worte, Gesten und
Mittel finden, um den Frieden zu fördern.

In welcher Sprache wir dich auch als
„Fürst des Friedens“ bekennen,
lass unsere Stimmen laut vernehmbar sein
gegen Gewalt und gegen Unrecht.

Amen.


Gebet auf ukrainisch

» Молитва «


Вседобрий Боже,
ми прагнемо жити в мирі один з одним.

Коли поширюються егоїзм та несправедливість,
коли спалахує насилля між людьми,
коли примирення виглядає неможливим,
Ти є Той, хто дарує нам надію на мир.

Коли через різниці в мові,
культурі чи вірі забуваємо,
що ми є Твоїми творіннями і що Ти довірив нам творіння як спільний дім,
Ти є Той, хто дарує нам надію на мир.

Коли людей використовують один проти одного,
коли владу застосовують,
щоб використати інших у власних корисних цілях,
коли факти викривляються, щоб обманювати інших,
Ти є Той, хто дарує нам надію на мир.

Навчи нас справедливо та дбайливо ставитися один до одного і протистояти корупції.

Подай нам відважних жінок та чоловіків,
котрі лікують рани,
які не вдаються до ненависті й тілесного чи душевного насилля.

Дай нам знайти правильні слова,
жести та засоби, щоб сприяти миру.

Незважаючи на те,
якою мовою ми визнаємо Тебе «Князем миру»,
учини, щоб всупереч насиллю та несправедливості наш голос був почутий.

Амінь.


Gebet auf russisch

» Молитва «


Боже милостивый,
мы жаждем жить вместе в мире.

Когда эгоизм и несправедливость Не знают границ,
когда между людьми вспыхивает насилие,
когда примирение кажется невозможным,
ты тот, кто дарует нам надежду на мир.

Когда по причине различий в языке,
культуре или вере мы забываем о том,
что мы Твои творения,
и что Ты доверил нам этот Мир как общую Родину,
ты тот, кто дарует нам надежду на мир.

Когда людей настраивают друг против друга,
когда злоупотребляют властью чтобы эксплуатировать людей,
когда факты искажаются чтобы вводить людей в заблуждение,
ты тот, кто дарует нам надежду на мир.

Научи нас справедливо и заботливо обходиться друг с другом,
и противостоять коррупции.

Даруй нам смелых мужчин и женщин,
которые исцеляют телесные и душевные раны,
нанесенные ненавистью и насилием.

Даруй чтобы наши голоса,
которые мы возвышаем против насилия и несправедливости,
были слышны, на каком бы языке мы ни исповедовали
тебя как «Господа мира».

Аминь.

Gut, wenn du noch beten kannst

Gut, wenn du noch beten kannst
Wenn deine Seele atmen kann
Dann bist du aufgehoben
Geborgen und beschütz
Kannst loslassen
Was dich bekümmert
Und dir Sorgen macht

Gut, wenn du noch beten kannst
Weil Ruhe du dann suchst
Erholung du dann findest
Und eine neue Kraft
Die Gründung braucht
Deine Menschenbefreiung
Ja, sie braucht die Gottesverwurzelung

Gut, wenn du noch beten kannst
Wenn du immer wieder
um das bitten kannst
Was du oder viele neben dir
Sich wünschen – was sie brauchen
Und du dann Danke sagen kannst

Gut, wenn du noch beten kannst
Um deinen Schöpfer auch zu loben
Und zu preisen für alles
Was er je geschaffen hat
Was er heute tut und immer tut
Dass Er auch alle deine Seufzer
All deine Klagen und Fragen
All deine Schreie und Rufe
Selbst dein Fluchen hören kann

(05/22, Stanislaus Klemm, Pfarrbriefservice.de)

Partnerschaft
ist

jene Lebenskraft
die Partner schafft

im Miteinander gegenüber
ohne Gegen und ohne Über

hin und her
und her wie hin
einander lauschen
gebend und nehmend
Neues tauschen

so zeigt und schenkt uns
Partnerschaft gemeinsam
werdend und wachsend
mehr als nur viel

in des Lebens
— Win-win-Spiel

(05/22, Klaus Jäkel, Pfarrbriefservice.de)

#ZiemlichBesteGeschichten – Das kann’s ja nicht sein

Erfahrungen mit dem Zuhören

Eine gute Freundin aus Jugendtagen ist vor Jahren in ein anderes Land gezogen, hat geheiratet und einen Beruf ergriffen, zu dem ich so gar keinen Zugang habe. Hin und wieder haben wir uns gesehen, sonst immer wieder mal Nachrichten geschrieben. Manche Nachrichten und Social-Media-Posts der letzten Zeit fand ich eher erschreckend, weil sie so konträr waren zu dem, was ich mir zur derzeitigen Weltlage und gesellschaftlichen Situation denke. Vielleicht habe ich den Kontakt daher in den letzten beiden Jahren eher vermieden.

Irgendwann ist mir das bewusst geworden. Ich habe mir gedacht „Das kann’s ja nicht sein!“, und den Kontakt wieder aufgenommen. So hatten wir vor kurzem ein langes Videotreffen. Es war richtig schön! Wir haben gar nicht bewusst vermieden, über unsere gegensätzlichen Meinungen zu reden, es hat sich einfach nicht ergeben. Zuviel war über unser jeweiliges Leben, unsere Arbeit, unsere Familien auszutauschen. Und ich habe ganz bewusst endlich einmal viel nachgefragt. Vor allem über ihre Arbeit, die mir so fremd ist. Ich habe zugehört und immer noch mehr Fragen gestellt, weil ich sie so gerne verstehen wollte. Und plötzlich habe ich von dem mir Fremden ganz viel mehr verstanden.

Habe erkannt, warum meiner Freundin das so wichtig und wertvoll ist, was sie tut. Habe wieder gesehen, was uns verbindet, und nicht das, was uns trennt. Ich glaube, wir werden bald wieder ein Videomeeting haben, und ich freue mich darauf!

(05/22, Autor/Autorin anonym, Quelle: www.ziemlichbestegeschichten.at, Pfarrbriefservice.de)

#ZiemlichBesteGeschichten – Zuhören verändert meine Sicht

Erfahrungen mit einem Gespräch nach einem Jahr Funkstille

Endlich gebe ich mir einen Ruck und rufe meine alte Freundin an. Ein Jahr lang war Funkstille, ich war verwirrt über ihre Ansichten zu Corona. Jetzt bin ich entschlossen, ihr einfach zuzuhören und nicht zu widersprechen. Sie kommt schnell auf das Thema Corona zu sprechen: Die Impfung gegen Corona bezeichnet sie als unausgegorene „Experimentalspritze“, an der sich die Pharmaindustrie bereichert. Politiker sind ihrer Ansicht nach alle korrupt, sie haben kein Recht über ihren Körper zu verfügen, die Presse stecke mit den Politikern unter einer Decke und berichte tendenziell. Corona – vor allem Omikron – sei ein harmloser Schnupfen. Während wir telefonieren, ist meine Freundin auf dem Weg zur Beerdigung einer Freundin, die vermutlich an den Folgen der Impfung gestorben ist. Sie sagt, sie kenne niemanden, der an Corona gestorben sei, wohl aber Menschen, die von der Impfung geschädigt seien.

Ich höre zu. Schweige. Versuche meine Gegenrede zurückzuhalten. Fühle mich wie ein naives, dumm-gutgläubiges Kind, das glaubt, dass „die da oben“ es schon richtig machen, gut informiert sind und einschätzen können, was nötig ist.

Ich erzähle ihr, dass ich mich schwer tue mit ihren Ansichten, sie bezweifle. Dass ich sie als alte Freundin aber sehr schätze und den Kontakt nicht abbrechen will. Dass ich mitbekomme, wie Freundschaften an diesen unterschiedlichen Positionen zerbrechen, Risse durch Familien gehen …

Erleichtert und ein bisschen verwirrt

Sie sagt, „niemals wird eine meiner Freundschaften wegen unterschiedlicher Ansichten zerbrechen. Wir können streiten, aber die Freundschaft bleibt.“ Sie lacht ihr fröhliches, humorvolles Lachen, das ich so liebe. Und das Verkrampfte ist wie weggeblasen. Nach dem Gespräch bin ich erleichtert, aber immer noch ein bisschen verwirrt.

Anschließend gehe ich in die Stadt und sehe plötzlich die Welt mit ihren Augen: welcher Wahnsinn! Überall Kontrollen, 2G-Regeln, die Ungeimpfte ausschließen. Ich denke an die Schüler, die im Homeschooling sind, die berufstätigen Eltern, die sich neben ihrer Arbeit noch um den Unterricht ihrer Kinder kümmern müssen – was für ein unglaublicher Mehraufwand! Ich sehe die Situation mit den Augen meiner Freundin und fühle mich wie im Orwellschen Überwachungsstaat. Ungeimpfte sind vom Großteil des öffentlichen Lebens ausgeschlossen, meine Freundin kann zur Beerdigung ihrer Freundin in Frankreich nur mit einer Sondergenehmigung mit dem Zug fahren, sonst muss sie als Ungeimpfte für größere Strecken das Auto nehmen.

Das Mich-Hineinversetzen in die Gedankenwelt meiner Freundin hat etwas in mir verändert. Die Angst, dass unsere Freundschaft zerbrechen könnte, ist verflogen. Es tat mir gut, für ein paar Stunden die Welt mit ihren Augen zu sehen. Auch wenn ich am Tag danach die Welt wieder aus dem alten Blickwinkel sehe: Ich bin froh, dass mittlerweile so viele Menschen geimpft sind und das grauenhafte Sterben auf den Intensivstationen weniger wird. Bin dankbar, dass meine alte Mutter und ich geimpft sind, und ich sie ohne Angst besuchen kann.

(05/22, Autor/Autorin anonym, Quelle: www.ziemlichbestegeschichten.at, Pfarrbriefservice.de)

#ZiemlichBesteGeschichtenEs ist ein Anfang

Wenn die ehrliche Frage „Wie geht es dir?“ nicht ausreicht

Die vermeintlich doch so einfache Frage „Wie geht es dir?“ kam mir dieses eine Mal wirklich schwer über die Lippen. Nicht, weil sie schwierig ist oder ich nicht ehrlich an meinem Gegenüber interessiert bin – ganz im Gegenteil. Es fiel so schwer, weil ich das Gefühl hatte, dass eben dieses „Wie geht es dir?“ nicht genug ist. Tatsächlich gibt es keinen richtigen thematischen Graben zwischen mir und meinem Verwandten.

Er liegt mir sehr am Herzen, eben auch, weil ich weiß, dass er es in der Familie nicht leicht hat, milde ausgedrückt. Hin- und hergerissen zwischen zwei Elternteilen, wenig Zuspruch von beiden Seiten. Egal, was er tut. Harte Worte, wenig Liebe, kurz gesagt. Dass man gerade in der Jugendzeit rebelliert, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Doch in den letzten paar Jahren hat er sich sehr verändert. Ich mich auch. Ich bin von zuhause weggezogen, habe ein neues Leben begonnen.

Und immer das leichte Gefühl gehabt, dass ich ihn im Stich ließ. Aus der Ferne konnte ich nicht wirklich helfen. So sehr ich das auch versuchte, er entglitt immer mehr, mir und allen anderen um ihn herum. Es wurde alles egal, zu tieferen Gesprächen kam es einfach nicht mehr, wurde irgendwie unmöglich. Oberflächliches Witzeln können wir gut miteinander, aber das war es dann auch schon wieder. Er schloss alle um sich aus seinem Leben aus, stumpfte ab. Das mitanzusehen tut irrsinnig weh.

Vor allem, wenn die einzig für ihn interessanten Dinge Videospiele, Alkohol oder was weiß ich noch sind. Nach Monaten, in denen wir keinen Kontakt hatten, versuche ich gerade, mich ihm wieder anzunähern. Da ist dann die Frage „Wie geht es dir?“ die offensichtliche Wahl für den Einstieg in einen Dialog. Auch wenn es so viel mehr gibt, das ich ihn fragen, das ich ihm sagen möchte.‘

Aber es ist ein Anfang. Mit nur einer Stunde Gespräch wird unser Verhältnis wahrscheinlich nicht langfristig besser werden. Trotzdem ist es mein Versuch, ihm zu signalisieren, dass ich ihn nicht aufgegeben habe und daran glaube, dass wir uns wieder annähern können. Weil ich mir das so sehr wünsche und hoffe, dass er es auch tut. Jetzt kann ich nur hoffen, dass aus diesem oberflächlichen Abklopfen der Befindlichkeiten bald wirklich ein Gespräch werden kann, das diese Wieder-Annäherung ermöglicht.

Autor/Autorin anonym
(04/22, Quelle: www.ziemlichbestegeschichten.at, In: Pfarrbriefservice.de)

#ZiemlichBesteGeschichten

In Anlehnung an den Film „Ziemlich beste Freunde“ hat die Wiener Akademie für Dialog und Evangelisation die Aktion #ZiemlichBesteGeschichten gestartet. Ähnlich wie in dem Film geht es darum, Menschen zu ermutigen, Schritte aufeinander zuzumachen, einander zuzuhören trotz aller Unterschiede, ehrlich zu fragen: Wie geht es dir? Wie kann ich dir helfen?

Die Website www.ziemlichbestegeschichten.at sammelt diese Geschichten und veröffentlicht sie anonym – als Ermutigung für mehr solcher Begegnungen. Denn „jede dieser Begegnungen kann eine überraschend positive Wirkung haben und Frieden stiften“, heißt es dort. Jeder kann mitmachen und seine Geschichte einsenden.

Die Akademie für Dialog und Evangelisation ist eine Einrichtung der Kath. Gemeinschaft Emmanuel in der Erzdiözese Wien.

(04/22, Elfriede Klauer, Pfarrbriefservice.de)

Sonnenstrahlen

Sonnenstrahlen
wärmen Körper und Seele,
erfrischen den blassen Teint,
zaubern frohe Gesichter,
erfreuen das Gemüt,
tun einfach gut!

Auch du kannst zum Sonnenstrahl werden,
der die Herzen beschwingt,
der frohe Gesichter zaubert,
der das Gemüt erfreut.

Wenn du mit deinen
liebevollen Worten,
offenen Ohren,
helfenden Händen und
mit frohem Herzen
dir selbst – und anderen
einfach gut tust.

(04/22, Schwester M. Jutta Gehrlein, Pfarrbriefservice.de)

Dein Rufen und Werben

Dein Rufen und Werben
Deine Leidenschaft und Dein Mit-Leiden
Deine Zärtlichkeit und Dein Zorn

Deine Namen und Deine Adresse
Gott
die – was für ein Glück –
auch die meine ist

Du Menschenfreundin
wider alle Vernunft

(04/22, Miriam Falkenberg, Pfarrbriefservice.de)

Gott,

manchmal gelingt es mir gut,
spiele ich frei und unbeschwert im Stück des Lebens.
Ich treffe den richtigen Ton, die richtige Entscheidung.
Gemeinsam mit anderen finde ich Harmonie und Zusammenklang.
So könnte das Leben immer sein.

Aber so ist es nicht.
Krieg, Streit, Missverständnisse,
Krankheit und Mutlosigkeit rauben die Energie,
die Kraft zum Weitermachen.

Lass mich nicht aufhören, die Akkorde des Lebens zu üben:
Frieden. Verständnis. Nächstenliebe.
Geduld. Ausdauer. Toleranz
und andere mehr.
Stärke mich und begleite mich
und alle Menschen auf diesem Erdball.

Du – „Ich bin da.“

(03/22, Johannes Simon, In: Pfarrbriefservice.de)

Segen auf dem Weg

Mögen die Ströme des Lebens
dich an grüne Ufer treiben
und dich einladen
in blühende Gärten.

Mögen die Pfade des Lebens
dich zu Menschen führen,
und dir Freund und Freundin
an die Seite stellen.

Mögen die Straßen des Lebens
dich herausfordern
und dich stark machen,
Barrieren zu brechen.

Möge Gott dich begleiten am Tag und in der Nacht
als Hirte, Licht und Wegweiserin.
Möge Gott dir weite Räume geben
und ein weises Herz.

(03/22, Burkhard Fecher, In: Pfarrbriefservice.de)

Geist der Liebe

Komm, heiliger Geist,
schenke uns die Gabe deiner Liebe!

Liebe, die sanft und zärtlich ist,
Liebe, die geduldig und treu ist,
Liebe, die großzügig und gütig ist
.
Liebe, die gibt und nicht rechnet,
Liebe, die ermutigt und nicht bevormundet,
Liebe, die schützt und nicht zerstört.

Liebe, die nicht bedrängen will,
Liebe, die nicht fesseln will,
Liebe, die nicht herrschen will.

Liebe voll Zuversicht und Freude.
Liebe voll Humor und Phantasie.
Liebe voll Leben und Kraft.

Komm, heiliger Geist,
entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.

(03/22, Gisela Baltes, www.impulstexte.de, In: Pfarrbriefservice.de)

Zu wem sollen wir gehen?

„Wollt auch ihr gehen?“
fragte Jesus die Zwölf, als ein Teil seiner Jünger ihn unzufrieden und murrend verließ. Petrus bewog die Gefährten zu bleiben und sprach für die Zwölf, „Zu wem sollen wir gehen! Du hast Worte ewigen Lebens.“

„Wollt auch ihr gehen?“
Diese Frage stellst Du heute auch uns, wenn immer mehr Christen sich enttäuscht und mutlos zurückziehen.

Zu wem sollen wir gehen?
Wo sollen wir Heimat finden?
Wo sollen wir Deine Botschaft hören?
Wer soll sie weitersagen?

Was soll aus Deiner Kirche werden,
wenn wir aufgeben und gehen,
wenn wir uns aus der Verantwortung stehlen,
nur noch von außen zuschauen?

Die Zukunft der Kirche sind wir, das Volk Gottes, mündige Christen.
Gib uns die Kraft, zu bleiben und beharrlich darauf zu bestehen, gehört zu werden und mit zu gestalten.
Lass uns Deiner Kirche ein Gesicht geben, aus dem der Geist Deines Evangeliums strahlt.

(03/22, Gisela Baltes (zu Joh 6,60-69), www.impulstexte.de, In: Pfarrbriefservice.de)

Herrgott

„Herrgott, wo bleiben die Friedensengel?“
rufe ich schreiend zum Himmel hinauf.

„Wo bleiben die Friedensmenschen?“
ruft der Herrgott vom Himmel hinunter.

Zwischen Himmel und Erde treffen sich unsere Rufe –
und hoffentlich irgendwann
auch Friedensengel und Friedensmenschen.

(03/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Warum, Putin?

Putin, du fährst nicht den Panzer.
Warum steigen deine Panzerfahrer
nicht einfach aus?

Putin, du schießt nicht auf Menschen.
Warum werfen deine Soldaten
ihr Gewehr nicht einfach weg?

Putin, du wirfst nicht Bomben
vom Flugzeug auf die Erde?
Warum lassen deine Piloten
nicht einfach alle Bomben
dort, wo sie sind?

Putin, du stehst nicht an der Kriegsfront,
sondern gehst jeden Tag nach Hause.
Warum gehen deine
Soldaten an der Kriegsfront
nicht einfach auch nach Hause?

Putin, mit großem Mundwerk,
hältst du dich vornehm zurück,
machst alles, um dein Leben
nicht zu gefährden.
Warum sollen deine Soldaten
mehr machen als du, Putin?

(03/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

40 Tage Zeit

Die Fastenzeit steht vor der Tür. Das Aschenkreuz am Aschermittwoch als Symbol der Vergänglichkeit weist uns den langen Weg bis zum österlichen Halleluja. Jedes Jahr heißt es: ‚Kehrt um!‘

Wir haben 40 Tage Zeit, die Wüstentage unseres Lebens zu reflektieren und in einer Innenschau tiefer zu sehen und mit mehr Stille zu hören, was das ‚Umkehren‘ für jeden von uns bedeuten kann.

Umkehren heißt, die Perspektive wechseln, eine neue Sicht auf uns und unser Leben zu riskieren. Hin und wieder werden wir in den Oasen unseres Alltages ankommen, innehalten und Kraft schöpfen, damit wir unseren Weg fortsetzen können.

Wüstentage sind keine mit Staub beladenen öden Tage. Liebe und Freude sollen uns durch die Fastenzeit begleiten. Und selbst wenn uns vieles auch in diesem Jahr nicht gelingt, so sind und bleiben wir doch auf dem Weg. Gehen wir achtsam mit uns um!

(02/22, Gaby Bessen, Pfarrbriefservice.de)

Aufstand im Namen Gottes

Heil werden
sollen die von der Kirche Verletzten und von Gott Geliebten
Froh werden
sollen die von der Kirche Enttäuschten und von Gott Ermutigten
Mitte werden
sollen die von der Kirche Ausgegrenzten und von Gott Geschaffenen
Gestärkt werden
sollen die von der Kirche Entmutigten und von Gott Gesegneten:
Selig sind die Verletzten,
weil sie aufstehen und davon erzählen
Selig sind die Enttäuschten,
weil sie aufstehen und Wahrheit reden
Selig sind die Ausgegrenzten,
weil sie aufstehen und einander Heimat geben
Selig sind die Entmutigten,
weil sie aufstehen und Unmögliches wagen
Im Namen Gottes
Amen.

(02/22, Jörg Nottebaum, Misereor, Pfarrbriefservice.de)

Gehalten

Du – in meiner Hand,
klein und unscheinbar,
gebacken aus Wasser und Mehl,
ohne Geschmack.

Und doch:
Du bist das, was ich brauche,
was mich nährt und stärkt
und trägt, ein Leben lang.

So wie ich Dich für einen Moment
staunend in meiner Hand halte,
bin ich sicher, dass Deine Hand
mich ein Leben lang umschließt und hält.

(02/22, Gaby Bessen, Pfarrbriefservice.de)

Fasching

Hineinschlüpfen in eine andere Rolle,
sie spielerisch ausprobieren ohne Risiko,
Ungelebtes zum Klingen bringen,
heraus aus festgefahrenen Geleisen.
Den Ernst abstreifen, das Dunkle und Schwere,
nicht denken an Kriege und Krisen,
an Neid und Missgunst zwischen den Menschen,
an todesbringende Krankheiten und Katastrophen.
Einmal der Sehnsucht nach Leichtigkeit nachgeben,
das Scherzen und Lachen ausprobieren
und Kraft daraus schöpfen.

(02/22, Irmela Mies-Suermann, Pfarrbriefservice.de)

Unterwegs als Single

Egal, wo du stehst,
egal, wo du gehst.
Du stehst nie alleine.
Du gehst nie alleine.

So viele gehen mit:
Gedanken, die dich
noch beschäftigen.
Begegnungen,
die in dir leuchten.
Worte, die in dir
nachklingen.
Gebete, die dich
berührt haben.

Wenn du gehst,
geht auch Gottes Segen mit.

Gottes Segen segne dich
mit Liebe und Kraft,
hier und überall + Amen.

(02/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

un-er-hört!

(zur Reaktion des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zum Münchner Missbrauchsgutachten)

„Was ist Wahrheit?“,
fragt Pontius Pilatus,
als er Jesus verhört.

„Was ist Wahrheit?“,
fragen wir uns,
wenn wir dem
emeritierten Papst
Benedikt XVI. zuhören
und hoffen, dass wir
uns nicht verhören …

„Was ist mit dir los,
Wahrheit?“, fragt die Welt
und nimmt wahr,
dass nicht alles wahr ist,
was von ihm gesagt war.

Unerhört, was man so hört.

(02/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

mauern

(zum Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche)

Hinter manchen Klostermauern
früher Bösewichte lauern.
Kinder in der Ecke kauern.
Als Erwachsene noch trauern.
Zaghaft kommt nur das Bedauern.
Wie lang wird es denn noch dauern.

Zünden wir in Stille
eine kleine Kerze an
für alle unbekannten
und bekannten Opfer
des Missbrauchs-Skandals.
Lassen wir es leuchten,
dieses „Opfer-Licht“ –
weil uns die Worte fehlen,
bei dem, was geschah.

(02/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Outing

(Lyrik zum Outing von über 100 Mitarbeiter/-innen der katholischen Kirche)

Sie zeigen Mut
und zeigen sich.
Sie zeigen Liebe
und zeigen sich.
Sie zeigen Glaube
und zeigen sich.
Sie stellen sich
öffentlich vor
und stellen sich vor,
wie es sich lebt und liebt
in einer offenen Kirche.

Gottes Liebe
kennt viele Farben.
Menschenliebe auch.
Gottes Liebe
kennt viele Formen.
Menschenliebe auch.
Gottes Liebe
kennt eine Formel:
„Liebe deinen Nächsten
wie dich selbst.“

(02/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Flutgebet des Gebetsapostolats im Bistum Trier

Gott,

die Flutkatastrophe hat viele Menschen in unserem Bistum getroffen:
An der Ahr, an der Kyll und an anderen Flüssen.
Zu viele sind in den reißenden Fluten umgekommen.
Leben wurde in kurzer Zeit ausgelöscht.
Selbst schützende Häuser haben nicht standgehalten.
Manche Betroffene stehen jetzt vor dem Nichts.
Viele haben einen großen Teil ihrer Einrichtung verloren.
Unwiederbringlich sind wertvolle und liebgewonnene Gegenstände vernichtet worden.
Dein Sohn Jesus ist an keiner Not vorbeigegangen.
Er hat sich den Armen und Aussätzigen, den Kranken und Sündern zugewendet. Er war denen nahe, die ausgestoßen und in Not waren.

Deshalb bitten wir Dich:

Zeige Deine Nähe allen von der Flutkatastrophe Betroffenen
in der tatkräftigen Hilfe und der Solidarität der Menschen.
Zeige dich in menschlicher Zuwendung, im tröstenden und heilenden Wort, in Gesten, die neuen Mut schenken, in konkreten Hilfen, die neue Perspektiven zum Leben geben.
Gib den Traumatisierten verstehende Menschen an die Seite.
Gib den Traurigen neuen Mut, ihre Zukunft und ihr Leben zu gestalten.
Den Hilfsbedürftigen und auch den tatkräftig Helfenden zeige dich als der Gott des Lebens.

Amen.

(01/22, Quelle: W. Henn, H. Gammel, www.bistum-trier.de/glaube-spiritualitaet/glauben-leben/gebetsapostolat)

Herzliche Einladung an alle, im gegenseitigen Gebet einander zu tragen.

Geworfen

Man weiß nicht,
worauf man sich einlässt in diesem Leben,
mit diesem Leben, mit der Lebendigkeit.
Ungefragt haben wir’s begonnen,
waren fremden Entscheidungen ausgeliefert
und auch den eigenen.
Glück und Erfüllung erfuhren wir,
geschenkt in großer und kleiner Münze.
Aber da kamen auch Wüstenwanderungen,
Stress im Beruf und Dürrephasen in der Ehe,
Sorgen um die Kinder und Not um das liebe Geld.
Wir hungerten nach Brot und Wein,
sehnten uns nach Menschen und Gott.
Vieles musste in uns sterben
im Prozess des Wandels vom Tod zum Leben.
Ungefragt begannen wir unser Leben,
mögen wir antworten können,
wenn wir gefragt werden,
woraus wir leben.

(01/22, Irmela Mies-Suermann, Pfarrbriefservice.de)

Jesus lebt – na und wie?!

„Was bedeutet für dich das Leben?“

Für mich ist das Leben das kostbarste Geschenk, welches es gibt. Wie berührend ist das Leben in mir, in Leib und Seele, Herz und Verstand. Wie beeindruckend ist das Leben um mich, in der Natur, beim Mitmenschen …

Durch das Leben sind wir alle miteinander verbunden: egal ob Gänseblümchen oder Elefant, Stechmücke oder Wildkraut, Bakterie oder …

Ich glaube, dass Gott die Welt und das Leben erschaffen hat. Sein Sohn Jesus nimmt in meinem Leben einen besonderen Platz ein. Denn er ist für mich das Leben schlechthin.

Jesus lebte als Mensch mitten im Leben der Welt, wurde geliebt und gehasst, wurde sogar getötet. Schrecklich! Doch sie konnten das Leben nicht töten. Gott hat ihn nach drei Tagen von den Toten auferweckt. Seitdem lebt Jesus – na und wie!

Seitdem dürfen wir hoffen und vertrauen, dass mit dem Tod nicht das Leben aus ist. Es geht weiter. Wie? Ich weiß es (noch) nicht. Doch es wird lebendiger sein als unser Leben hier auf Erden. Genieße das Leben, solange du hier lebst – und freue dich auf das neue Leben.

(01/22, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Weihnachten – Die Wiege der Menschlichkeit

die Wiege der Menschlichkeit
ist eine Krippe

ein Futtertrog
für unsere Sehnsucht
nach Seelennahrung
Himmelsleitern
Rettungskometen

in der Wiege der Menschlichkeit
schlummert friedvoll
die Erlösung
noch verletzlich und klein
doch schon vollkommen ausgebildet

sachte schaukelnd
wird die Schöpfung
neu geboren
fängt die Welt nochmal
von vorne an

verlegen wir uns
in die Wiege der Menschlichkeit
auf, auf
und machen die Herzen weit!

(12/21, Miriam Falkenberg, Pfarrbriefservice.de)

4. Advent – Zusammenkommen

Ein weiter Weg zwischen dir und mir,
eine lange Zeit von damals bis heute,
es scheint so schwer zu dir,
zurück zu all den Leuten.
Breche auf und gehe zurück,
zueinander finden,
Stück für Stück.
Ganz zum Schluss ist eines klar:
wir alle sind gekommen,
denn wir wollen zusammenkommen

(12/21 – Linus Hartmann, In: Pfarrbriefservice.de)

3. Advent – Aufkommen

Das geht mir
Zu schnell.
Das geht mir
Zu langsam.
Das geht mir
Zu nah.
Das geht mir
Zu weit.
Das geht mir
Zu tief.
Das geht mir
Zu hoch.

Und trotzdem:
Geht nicht geht nicht.
Das geht,
Weil immer
Was geht.

(12/21, Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

2. Advent – Entkommen

Aufbrechen,
ausbrechen
aus Pflichten und Aufgaben,
den wirklichen und
den vermeintlichen.
Auf die Insel gehen,
getrennt werden vom Alltag.
Alleinsein dürfen und können,
loslassen
und sich selber finden,
frei von Regeln und Routine.
Sich ausstrecken nach dem Himmel
außen und innen,
sich erproben im Meer,
trägt es,
zieht es hinab in die Tiefe.
Wind und Wolken spüren,
einfach da sein
und Gott neben sich wissen.

(12/21, Irmela Mies-Suermann, Pfarrbriefservice.de)

1. Advent – Ankunft.

Ankommen – bei mir selbst.
Gegen Hektik und Lärm,
gegen Kitsch und Klischee,
für meinen inneren Frieden,
zugunsten der Stille.
Advent – Ankunft.
Ankommen – beim anderen.
Mit einem freundlichen Blick,
mit einem liebevollen Lächeln,
mit einer Geste der Verbundenheit,
zugunsten der Liebe.

Advent – Ankunft.
Ankommen – bei Gott.
Die Türen wirklich hoch machen.
Die Straße bereiten,
das Herz öffnen,
zugunsten des Lebens.

Advent – Ankunft – Ankommen.

(11/21,
Thorsten Seipel, Pfarrbriefservice.de)

Spuren entdecken

Die Hoffnung ist eine Herausforderin. Und eine Lebensretterin. Ein „da kann man ja doch nichts machen“ findet sie blöd. Sich einer Situation einfach nur ergeben, findet sie genauso schrecklich.

Sie glaubt an das scheinbar Unmögliche und treibt dazu an, die Hände nicht in den Schoß zu legen.

Hoffnung ist adventlich. Sie weiß, dass nichts beim Alten bleiben, aber dennoch alles gut wird. Sie kann mehr sehen als das, was vor einem liegt.

Sie hat viele Geschichten zu erzählen, und jede Geschichte lässt sie größer werden.

In jeder noch so großen Dunkelheit hinterlässt sie Spuren. Und wer die Hoffnung nicht loslässt, kann sie entdecken.

(Andrea Wilke, Pfarrbriefservice.de, 11/2021)

Meditation zum Gedenktag Allerseelen

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.
Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt:
Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Joh 14,2

Erinnerung flackert auf
im Lichtermeer auf den Friedhöfen –
Erinnerung an all die Menschen
die herausgestorben sind
aus unserem Leben
und die wir so schmerzlich vermissen

Dankbarkeit flammt auf
in dem Lichtermeer –
Dankbarkeit für all das
was uns geblieben ist
und uns auf immer verbindet
mit denen, um die wir trauern

Vertrauen glimmt auf
in dem Lichtermeer –
Vertrauen in die Zusage Jesu,
dass im Haus seines Vaters Platz ist für alle
und er selbst den Platz dort bereitet
für jeden, den er heimholt zu sich

Hoffnung leuchtet auf
in dem Lichtermeer –
Hoffnung, die auf Christus gründet,
der uns durch seine Auferstehung glauben lässt,
dass all unsere Toten hineingestorben sind
in ein neues, unvergängliches Leben bei ihm

Gewissheit strahlt auf
über dem Lichtermeer –
Gewissheit, dass Christus auch mir nahe bleibt,
dass er mir Weg ist zur Wahrheit,
die mich frei macht
und mich hier und heute leben lässt

(Hannelore Bares, Pfarrbriefservice.de, Nov. 2021)

Allerheiligen – Der Lieben gedenken

Wenn die Tage kürzer werden
und es früh schon dunkel wird,
gehören die Gedanken denen,
die längst nicht mehr bei uns sind.

Wie sie unser Leben prägten,
uns geformt Jahrzehnte lang,
mal mit Sanftmut, mal mit Strenge,
ohne uns je aufzugeben.

Drum wir zünden Kerzen an,
stehen still an ihrem Grab,
voller Dankbarkeit und Liebe,
besonders heut’, an diesem Tag.

Selbst, wenn sie nicht mehr bei uns sind,
in unseren Herzen leben sie.
Und die Kerzen auf den Gräbern
leuchten voller Harmonie.

(Gaby Bessen, Pfarrbriefservice.de, Nov. 2021)

Wenn ich

… durch den bunten Herbst des Lebens laufe,
grüne Träume in den Frühling trage,
die Rosenblüten dann im Sommer streue,
und Eisblumen im Winter meinen Atem schenke,
dann, mein Gott, bin ich dir nah.
Nah wie nie.

Halte meine Buntheit, meine Träume,
halte meine Rosenblüten, meine Eisblumen,
mit mir gemeinsam in dem Leben,
das geschenkt ist.
Mir und allen, die ich liebe,
allen, die mich lieben.

Halte mich und schütze mich,
sei mein Hirte,
sei der Hirte, der das Lamm
schützend an sein Herz hält.

Wenn ich mich dann stark
und auch geborgen fühle,
lass mich durch die bunten
Jahresfelder laufen und
sei herzlich gern an meiner Seite,
wie ein Engel. Danke, Gott.

(Theresia Bongarth, Pfarrbriefservice.de, Okt. 2021)

Organe des Friedens

Augen
für die Not des anderen
Ohren
für die Stimme des anderen
eine Sprache
die der andere versteht
Hände
ausgestreckt zur Versöhnung
Füße
auf den Wegen der Liebe

(Gisela Baltes, www.impulstexte.de, In: Pfarrbriefservice.de, Okt. 2021)

Fürbitte für die Flutopfer

Gott, wir tragen vor dich alle, die vom Hochwasser betroffen sind. Die Flut hat Lebensentwürfe zerstört. Der Schlamm hat Hoffnungen begraben. Leben sind in Frage gestellt. Gott, wir bitten dich für diese Männer und Frauen und Kinder. Sei du ihr Beistand und gib ihnen Halt.

Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

Gott, wir tragen vor dich, die Helferinnen und Helfer der Einsatzkräfte und alle, die freiwillig anpacken und helfen. Sie holen Menschen aus eingeschlossenen Häusern. Sie versorgen Menschen mit Nahrung und Kleidung. Sie sichern Dämme und räumen auf. Gott, wir bitten dich für diese Männer und Frauen: Verleih ihnen Kraft und schenke ihnen Momente der Erholung.

Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.

Gott, wir tragen vor dich die Seelsorgerinnen und Seelsorger von der Notfallseelsorge und aus den Gemeinden, in den Krankenhäusern und bei der Polizei. Sie hören zu und fühlen mit. Sie erfahren von unfassbaren Schicksalen. Sie halten aus, was kaum auszuhalten ist. Gott, wir bitten dich für diese Männer und Frauen: Stärke sie und sei ihnen Schutz und Schild.

Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Gott, wir tragen vor dich uns selbst mit dem, was uns hier und jetzt bewegt. Schau in unser Herz und höre auf das, was wir dir in der Stille vortragen.

Vater unser..

(Fürbitte aus der Evangelischen Kirche im Rheinland, Sep.2021)

Aus dem Trauma der Zerstörung heraushelfen
Gefragt sind Freunde, Nachbarn und gesprächsbereite Menschen

An Ahr und Erft, in Hagen und Berchtesgaden wird weggeräumt und der Lehm beseitigt. Auch die Seelen müssen von den traumatischen Erfahrungen befreit werden. Diese lassen sich nicht einfach wegräumen und brauchen daher noch mehr Nachsorge. Männer und Frauen der Notfallseelsorge sind vor Ort. Die Kräfte reichen jedoch nicht. Deshalb ermutigt Jutta Mügge, selbst Notfallseelsorgerin, zu Gesprächen mit denen, die persönlich von der Katastrophe getroffen wurden. Denn jeder kann helfen, dass die traumatischen Erfahrungen nicht als dauerndes Trauma die Seele lähmen.

Diese Situation der Zerstörung von Lebenswerken, aber auch der Tod von Angehörigen ist so unbeschreiblich tragisch, dass da alle Worte fehlen, die trösten könnten. Noch sind die Menschen jetzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt und realisieren erst einmal das, was sie sehen, was sie erschreckt, was sie hilflos oder wütend macht. Sie sehen auch, dass es viele Menschen gibt, die ihnen behilflich sind. Gleichzeitig ist da aber große Angst, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Trauer und manchmal auch große Wut in ihnen. Manche sagen aber auch, dass sie gar nichts mehr spüren, es in ihnen so leer ist. Für diese Situationen braucht es schnelle Hilfe. Mit jedem weiteren Tag, der vergeht, ohne dass sich die inneren emotionalen Bewegungen oder auch die Leere ausdrücken können, graben sie sich tiefer in die Seele ein.

Wenn der Aktionismus des Aufräumens dann weniger wird, können sich diese Erschütterungen in traumatischen Reaktionen fixieren. Die Schwere des Traumas hängt von der individuellen Belastbarkeit sowohl körperlich als auch seelisch ab und davon, wie das soziale Umfeld reagiert. Es kann sich in ganz unterschiedlichen Reflexen zeigen. Diese können sich verfestigen, wenn die Hilfe zu spät kommt, deshalb ist schnelles Handeln, aber manchmal auch längerfristige Betreuung angesagt. Ein Trauma kann dann den ganzen Körper betreffen. Psychosomatische Reaktionen oder körperliche Schmerzen sind dabei nicht selten. Die Seele schreit, verharrt aber im Schweigen.

Die Seele braucht Hilfe

Nicht nur der Körper braucht jetzt Kleidung, das zerstörte Haus Helfer zum Saubermachen und Wiederaufbau, auch die Seele, die sich im Schock erst einmal wegduckt, ist schwer verletzt, ohne dass wir es sehen können. Was ist jetzt angesagt?
Notfallseelsorger*innen sind jetzt rund um die Uhr im Einsatz. Achtsame Zuwendung durch Gespräche – die erste Notversorgung. Aber sie können diese Menge an Not nicht alleine auffangen, da braucht es auch Freunde, Nachbarn, gesprächsbereite Menschen, Mitarbeitende in den Kirchen und sozialen Einrichtungen, Psychologen und Therapeuten, Ärzte, die jetzt gefordert sind, sich für die verletzten Seelen Zeit zu nehmen, damit sie heilen können. Angesagt ist jetzt neben allen anderen Hilfen, einfach da zu sein, mitzufühlen, der Seele die Möglichkeit zu geben, sich zu artikulieren.

Da ist jemand, der mich mit den Emotionen, aber auch mit dem vielleicht irrationalen Aktionismus einfach aushalten kann. Jemand, der mir keine „gutgemeinten“ Ratschläge erteilt oder mich beruhigen will, dass alles wieder gut wird. Der innere Druck der Betroffenen, die Angst, der Schmerz, die Trauer um Verletzte, Verstorbene oder Vermisste, die Ohnmacht und Wut ist groß und sucht nach einem Ventil. Nicht immer findet der Schmerz einen Weg über Worte nach draußen. Dann verstummt die Seele und taucht in ihr Inneres ab. Bleiben die Gefühle im Verborgenen, treiben sie ihr eigenes Spiel, das sich in einem Trauma verfestigen kann. Der Schmerz kann sich aber auch als Hyperaktivität zeigen, mit der die innere Anspannung erst einmal abgebaut wird.

Damit die Seele nicht verstummt, die Emotionen nicht innerlich erstarren und zu einem langfristigen Trauma führen, tut jetzt erst einmal alles gut, was den „Verletzten“ in Bewegung bringt. Ob über Reden oder Tun. Wer Menschen im Leid und Schmerz aushalten, für sie einfach da sein kann, unterstützt die psychische Gesundheit in dieser Katastrophe und verhindert mögliche Traumata. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis sich die verletzten Seelen wieder vertrauensvoll dem Leben zuwenden können. Wir können über unsere finanzielle Unterstützung hinaus einen hilfreichen Beitrag jetzt in der akuten Phase, aber auch noch in den Wochen danach leisten. Seien wir den Katastrophenopfern im Gespräch nahe, damit sie Hoffnung schöpfen können.

Was kann ich tun?

Auch Menschen, die nicht als Notfallseelsorger*innen in Gesprächsführung ausgebildet sind, können für andere in der Not Anker werden. Meist haben wir ein gutes Gespür dafür, was gerade dran ist, was geht oder nicht. Der andere soll spüren können, dass er nicht alleine ist, dass jemand da ist, ihm zuhört, die Tränen und den Schmerz über das Unglück aushalten kann.

Anregungen, die für das Gespräch helfen können:

  1. Nennen Sie Ihren Namen, wenn Sie auf einen Fremden zugehen
  2. Signalisieren Sie, dass Sie Zeit für diesen Menschen haben, dass Sie ihn unterstützen wollen, dass Sie da sein können, ihm auch zuhören können.
  3. Wenn noch aktive Hilfe benötigt wird, ist die Brücke schnell für das Gespräch aufgebaut, wenn Sie erst einmal mithelfen.
  4. Findet das Gespräch direkt statt, lassen Sie den anderen erzählen, ohne zu kommentieren oder Ratschläge zu erteilen, ohne Beschwichtigungen.
  5. Halten Sie das Schreckliche einfach aus.
  6. Wenn mehrere betroffene Personen dazukommen, kann das den Einzelnen entlasten, weil es anderen auch so geht.
  7. Spüren Sie, wie lange Sie im Gespräch sein können, ohne „lästig“ oder zu anstrengend zu werden.
  8. Wenn Sie sich verabschieden wollen, fragen Sie, ob das für den anderen geht, was Sie noch für ihn tun können. Welche Unterstützung sie ihm noch geben können.
  9. Vielleicht verabreden Sie sich für den nächsten Tag.

    Jutta Mügge (Quelle: https://hinsehen.net, In: Pfarrbriefservice.de, Aug.2021)

Stoppt Marx „Kirchen-Murks“?
(Politsatire zum Rücktritt von Kardinal Reinhard Marx)

Was für ein Auftritt:
Kardinal Marx tritt zurück!
Wer und was tritt hervor?

Wird sein Rücktritt
zu einem neuen Eintritt?

Bekommt die Wahrheit
endlich den Vortritt?

Stoppt es den Trend
zum Kirchenaustritt?

Wird sein Rücktritt
zum Übertritt und Beitritt
in eine neue Kirchenwelt?

Wagen wir den ersten Schritt,
zu zweit, zu dritt…*

* Anspielung auf das Jesuswort: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de, Juni 2021)

Leuchtturm

Wo treibe ich auf meiner Jolle
im Meer des Lebens?
Suche ich ein ruhiges Gewässer
oder eine gefährliche Strömung?
Bleibe ich in sicherer Nähe des Hafens
oder wage ich mich weit hinaus ins offene Meer?

Wohin treibe ich in meiner Jolle?
Wo ist der Leuchtturm, der Orientierung gibt?
Was sind warnende Blinklichter,
was lockende Irrlichter?
In welchen Hafen will ich fahren,
an welchen Orten vor Anker gehen?

Sei DU mir Licht und Leuchtturm,
damit meine Lebensfahrt gelingt.

(Irmela Mies-Suermann, Pfarrbriefservice.de)

Alleinstellungsmerkmal

Woran erkennst du
die Christen?

Am Kreuzzeichen?
Weihwasser?
An frommen Sprüchen

Jesus verlangt:
„Liebet einander,
wie ich euch geliebt habe.“

Einander lieben?
Ich – dich?
Du – mich?

Wie lieben?
Wie dich selbst?
Wie uns Jesus geliebt hat?

Schwer!
Ziemlich hohe Anforderung,
sagst du.

Aber wer sagt denn,
dass Christsein
leicht ist?

(Gisela Baltes, www.impulstexte.de, In: Pfarrbriefservice.de)

Auf dem Weg in meinem Lebenslabyrinth

Guter Gott,

viele Wege gehe ich in meinem Lebenslabyrinth. Sei bei mir. Begleite mich auf meinem eigenen, einzigartigen Weg. Schenke mir immer wieder Mut aufzubrechen und neue Wege zu gehen. Stehe hinter mir an den Wegkreuzungen, in den Kurven und Wendungen meines Lebens. Gib mir Rückenwind und die nötige Ruhe, um Entscheidungen zu treffen. Nehme mir den Druck, dass es nur richtige und falsche Entscheidungen gibt. Schenke mir die Einsicht, dass das Labyrinth kein Irrgarten ist.

Manchmal läuft in meinem Leben alles rund. Es geht geradeaus. Lass mich diese Zeiten bewusst genießen und schätzen. Denn früh genug werden da wieder Steine sein. Hürden, die ich überwinden muss. Stehe mir bei in Krisen, halte mich, fange mich auf, wenn ich falle. Gib mir die Kraft niemals aufzugeben. Schenke mir Geduld und Beharrlichkeit die Mitte des Labyrinths zu erreichen. Ziele, die ich anstreben möchte, meine eigene Mitte, den Weg zu mir selbst. Hab mich im Blick, achte gut auf mich und beschütze mich.

(Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de)

Damit Himmel und Erde sich berühren
Gedanken zum Fest Christi Himmelfahrt

In einer alten Geschichte wird erzählt, dass ein Priester regelmäßig zu seinem Gottesdienst eine halbe Stunde zu spät kam. Ein junger Mann, der diese Verspätung nicht hinnehmen wollte, stellte den Priester zur Rede. Dieser sagte ihm, dass er immer eine Stunde vor dem Gottesdienst im Himmel sei und dass er sich dann immer so schwer trennen könne und deshalb immer eine halbe Stunde zu spät komme. Der Mann glaubte ihm nicht und beobachtete den Priester fortan heimlich. Er sah, wie er immer eine Stunde vor dem Gottesdienst auf seinem Weg zur Kirche eine alte kranke Frau besuchte. Durch die Fensterscheibe konnte er beobachten, wie der Priester in einem Ofen Feuer anzündete und etwas zum Essen kochte. Dann gab er der Frau zu essen, schüttelte ihr Kopfkissen auf, setzte sich zu ihr, redete und scherzte mit ihr. Dann verließ er schweren Herzens das Haus und eilte zum Gottesdienst, zu dem er natürlich wieder eine halbe Stunde zu spät kam. Die anderen Gemeindemitglieder befragten den jungen Mann, ob er tatsächlich  gesehen hätte, dass der Priester vorher „im Himmel“ gewesen sei. „Ja, das stimmt, räumte dieser ein und fügte noch hinzu: „Aber ich hätte niemals gedacht, dass der Himmel so schön sein könnte!“

„Die Liebe Gottes manifestiert sich vor allem in der Liebe zu uns selbst! In der Fähigkeit, sich selbst in seiner Eigenart lieben zu dürfen, und nicht nur in dem, was wir uns ständig an- und umhängen, um zu beweisen, dass wir wertvoll, klug, hübsch, erfolgreich sind. Nein! Wir sind ganz einfach wunderbar. Also lieben wir uns auch mal selbst. Gott kann nichts Besseres passieren“, so schrieb der Filmregisseur Christoph Schlingensief 2009 kurz vor seinem Tod in seinem Buch „So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein“. Es ist ein zutiefst erschütterndes, weil ehrliches Buch, das bewegende Protokoll einer Selbstbefragung im Angesicht des Todes. Es ist ein Buch gegen das Verstummen und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.

Keine Gegensätze, sondern ein Ganzes

Seitdem wir mit dem Menschenpaar Adam und Eva aus dem Paradies, aus dem „Himmel“ vertrieben wurden, haben wir uns entweder ganz fest in unserer Erde verwurzelt oder träumen nur noch von dem, was wir verlassen mussten und sehnen uns nur noch nach dem Himmel, der hoffentlich bald zu erreichenden Endstation auf unserer großen und beschwerlichen Pilgerreise durch das „Jammertal“ unserer Erde. Zwischen diesen Gegensätzen hin und her gerissen, laufen wir allzu oft Gefahr, dabei entweder den Himmel oder die Erde zu vernachlässigen, unnötige und unheilvolle Gegensätze zwischen diesen Welten aufzubauen, statt immer wieder den Versuch aufs Neue zu wagen, beides als ein Ganzes zusammen sehen und schätzen zu lernen. Beides muss sich doch berühren.

(Stanislaus Klemm, In: Pfarrbriefservice.de)

Frühlingsgefühle

Frühling! Das ist dieses Gefühl von Aufbruch, Motivation, Neubeginn. Die Menschen, sie lechzen nach dem kalten, düsteren Winter nach Sonne, Wärme, Luftigkeit. Wollen raus in die Welt, ans Licht. Wollen frei sein, sind hungrig nach Leben.

Wie die Pflanzen, die die Erde wie einen dicken Wintermantel abschütteln. Krokusse, die ihre flieder-weiß-gescheckten Köpfchen in die Sonne strecken. Die Träubel der Hyazinthen, deren Blüten in rauschendem Purpur aufplatzen. Feuerrote Tulpen, die in den stahlblauen Himmel leuchten.

Doch in diesem Jahr ist da kein Frühlingsgefühl. Kein Gefühl von Ausbruch oder Freiheit. Stattdessen tiefster Winter. Es scheint, als wäre die Welt eingeeist. Als hätte der Winter verschlafen, vergessen zu gehen. Als schwappe seine Dunkelheit, seine Schwere hinüber in den Frühling. Wie eine schwarze, düstere Welle. Die den Menschen Hoffnungslosigkeit bringt, Resignation, Verzweiflung. Ihnen die Perspektive raubt. Weil da kein Ziel ist.

Aber die Menschen, sie sehnen sich nach Frühling. Sehnen sich nach Unbeschwertheit, Leichtigkeit. Es ist, wie der junge Musiker Fabian Wegerer in einem seiner Lieder singt: „Mein Kopf feiert Frühling“. Ja, das tut er. Das tut mein Herz. Das tut meine Seele. Vielleicht ist es das, was einen trägt in diesen Tagen, was einen durchhalten, hoffen lässt. Das Träumen, das Sinnieren, das Fantasieren vom Frühling. Wie singt Fabian Wegerer weiter: „Nach jeder noch so langen Eiszeit, feiert der Sommer sein Comeback.“

Er wird kommen, der Frühling, der Sommer nach dieser Pandemie. Und er wird größer und großartiger werden, als ihn die Menschen je erlebt haben. Da wird pure Lebensfreude sein, geladene Energie, unendliche Freiheit. Die Menschen werden das Leben neu schätzen. Sie werden genießen. Sie werden feiern.

Ronja Goj, Pfarrbriefservice.de

Wieder beLeben

Es gab ein Leben
vor Corona.
Weißt du noch?
Es gibt ein Leben
mit Corona.
Spürst du es?
Es gibt ein Leben
nach Corona.
Vertraust du darauf?

(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Seltsam

seltsame Zeiten:
seltsam –
manche Impfaktion.
seltsam –
manche Vorgaben.
seltsam –
manche Gedanken.
seltsam –
manche Nachrichten.
seltsam –
manche Einsichten.
seltsam –
manche Aussichten.
Seltsam,
dass so vieles seltsam ist.
Was macht seltsame Zeiten
so seltsam seltsam?
Machen seltsame Zeiten
seltsame Menschen?
oder:
Machen seltsame Menschen
seltsame Zeiten?

(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Ein Gebet
anlässlich der zentralen Gedenkfeier für die Corona-Toten am 18. April 2021


Der 18. April 2021 wird bundesweit zu einem Gedenktag für die nahezu 78.000 Toten in unserem Land, die bisher Opfer des Coronavirus geworden sind. Sterbende gingen einen einsamen Weg und die Angehörigen, die sich nicht verabschieden konnten, blieben in ihrer Trauer oft alleine. Trauerfeiern konnten nur sehr reduziert stattfinden, tröstende Umarmungen und Rituale in Gemeinschaft, die das Abschiednehmen erleichtern, waren oft nicht möglich. Für sie alle, aber auch für uns selbst beten wir und setzen ein Zeichen gegen das Vergessen:

Guter Gott, seit einem Jahr hält uns und die ganze Welt ein heimtückisches Virus in Schach. Alles hat sich verändert und niemand weiß, ob, wie und wann wir aus dieser Krise herauskommen. Voll Vertrauen kommen wir mit unseren Anliegen zu dir.

Unzählige Menschen haben in dieser Pandemie einen lieben Menschen verloren und konnten ihn nicht auf seinem letzten Weg begleiten. Sei bei ihnen in ihrer tiefen Trauer und trockne ihre Tränen.

Schenke allen Kraft und den Geist der Nächstenliebe, die sich unermüdlich um die medizinische Betreuung der Kranken in Heimen, Krankenhäusern und Hospizen kümmern.

Viele wissen nicht, wie es mit ihrem Geschäft, Betrieb und Unternehmen weitergeht und leiden unter Existenzängsten. Lass ihnen die richtige Hilfe zuteilwerden.

Wir beten für alle, die in den ärmeren Ländern der Welt leben. Mögen auch sie menschliche Unterstützung und ausreichend Impfstoff zur Überwindung der Pandemie erhalten.

Erhalte uns den Geist der Geschwisterlichkeit, damit wir in diesen schweren Zeiten zuversichtlich bleiben und füreinander da sind.

Treuer Gott, jede Krise birgt auch eine Chance. Lass uns in dieser Pandemie erkennen, was wirklich wichtig für deine Schöpfung und für das Wohl aller Menschen ist und lass uns miteinander für eine gerechte und friedliche Welt eintreten. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Bruder und Freund.

Amen

Gaby Bessen, Pfarrbriefservice.de

Impuls zu Ostern 2021

Impuls zum Karsamstag 2021

Impuls zum Karfreitag 2021

Impuls zum Gründonnerstag 2021

Gott sei vor mir
Segen

Gott sei vor mir,
um mir den Weg zu zeigen.

Gott sei neben mir,
um mich zu begleiten.

Gott sei hinter mir,
um mich zu beschützen.

Gott sei unter mir,
um mich aufzufangen.

Gott sei über mir,
um mich zu segnen.

Gott sei in mir,
um mich wachsen zu lassen.

(Quelle Volksgut, vermutlich aus Irland, In: Pfarrbriefservice.de)

Inspiration

Die größten Abenteuer
erlebst du,
wenn du dich
auf die Suche
nach dir selbst machst
und dabei entdeckst,
welche Gedanken und Gefühle
in dir stecken.

(Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de)

Alles nur geträumt

„Ständig träume ich von der Zukunft,
ihren unbegrenzten Möglichkeiten,
dem Umbruch, der Veränderung.
Alle Tore stehen mir offen.
Nichts, was mir den Weg versperrt.
Trotzdem bleibe ich stehen,
stumm und blind.
Fühlt sich so die Freiheit an?“

(Quelle: Linus Hartmann, Pfarrbriefservice.de)

Menschen an der Bushaltestelle

An der Bushaltestelle stehen viele Menschen. Sie kommen von der Arbeit, vom Einkaufen, vom eingeschränkten Einkaufen in dieser unsäglichen Corona-Zeit. Manche unterhalten sich, manche starren vor sich hin, andere schauen auf ihr Smartphone. Es sind nicht so viele wie „normalerweise“. Ein älterer Mann mit Einkaufstüten nähert sich. Er hat ein Ziel: den Mülleimer. Die sind jetzt moderner und geschlossener. Er greift mit der Hand in die Öffnung und zieht mühsam eine leere Flasche heraus. Er schaut hin und prüft: Pfandflasche oder nicht? Pfandflasche! Er steckt sie in die Einkaufstüten. Seine Einkaufstüten: gefüllt mit Leergut offensichtlich. Man sieht viele Flaschen. Er schaut die Menschen an der Haltestelle nicht an. Mit gesenktem Blick geht er weiter. Wohin? Die Menschen an der Haltestelle – haben sie ihn gesehen, wahrgenommen, hingeschaut? Die Armut vor der Haustür sozusagen, direkt vor der Nase. Inzwischen fast alltäglich. Ein junges Mädchen schaut kurz hin und verzieht unter ihrer Maske das Gesicht, gut zu sehen. Dann schaut sie wieder auf ihr Smartphone. Abgehakt. Der Mann geht langsam von dannen, er ist ganz normal gekleidet.

(Quelle: Theresia Bongarth, In: Pfarrbriefservice.de)

Über Tote nur Gutes

Der kleine Robin geht mit seiner Mutter über den Friedhof, um das Familiengrab zu besuchen. Unterwegs lässt er sich von seiner Mutter die Inschriften auf den verschiedenen Grabsteinen vorlesen: „Hier ruht unser lieber …, mein guter …, unser herzensguter …“. Nach einer Weile fragt er: „Sag mal, Mama, wo werden eigentlich die bösen Menschen begraben?“

(Quelle: St. Benno-Verlag, Leipzig, in: Pfarrbriefservice)

Offene Frage

Die reiche Erbtante ist gestorben, und so hat sich Familie Lemmel zum Trauergespräch beim Pfarrer eingefunden.
„War Ihre Tante eigentlich geistig noch voll da, als sie gestorben ist?“, fragt der Pfarrer. „Das wissen wir noch nicht. Das Testament wird erst morgen eröffnet.“

(Quelle: Das neue Hausbuch des christlichen Humors. St. Benno-Verlag, Leipzig, In. Pfarbriefsevice)

Hab ein Auge auf mich

Hab ein Auge auf mich,
wenn ich die Gefahren
für Leib und Seele unterschätze.

Hab ein Auge auf mich,
wenn ich vor lauter Selbstverliebtheit
den Blick für das Wesentliche verliere.

Hab ein Auge auf mich,
wenn ich Gefahr laufe, mich vor lauter Umwegen
von meinem Weg zu Dir zu entfernen.

Hab ein Auge auf mich,
wenn die Neugier mich zu sehr vereinnahmt
und sich mein Blickfeld verzerrt.

Hab ein Auge auf mich,
wenn ich die Bedürftigkeit meines Nächsten
nur noch vage wahrnehme.

Gott, Du lässt uns alle Freiheiten und dafür danke ich Dir.
Nimm uns an die Hand, wenn wir Gefahr laufen,
Dein Geschenk der Freiheit zu missbrauchen.

(Gaby Bessen, Pfarrbriefservice.de)

Fastenzeit – buchstabiert

estgefahrenes aufspüren
ufbruch wagen
ichtweisen überprüfen
ag für Tag bewusst leben
mpfindsamkeit wertschätzen
eubeginn wagen
usammengehörigkeit erleben
rneuerung als Ziel
I   nnehalten und Stille zulassen
iefe erleben

(Gaby Bessen, In: Pfarrbriefservice.de)

„Zeite“ Impfung

Stotternd und holprig
ist die Impf-Aktion angelaufen:

Es wird:
nachbestellt und nacherklärt,
nachgeplant und nachorganisiert.

Neben all dem wird deutlich:
Wir brauchen neben
der Impfung für unseren Körper
dringend eine zweite Impfung:
diesmal eine Seelenimpfung.

Doch, wo sind die Seelen-Impf-Zentren?
In der Arztpraxis, beim Psychologen,
im Supermarkt, auf dem Spazierweg,
im Internet, in der Kirche…?

(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Maskerade

Die Maske über Mund und Nase,
ein Blick aus ausdruckslosen Augen.
Sorgen vor dem Morgen
von der Scheitelspitze
bis zur Kniekehle.

Kürzere Tage,
in Dunkel gehüllt,
in Nebel getaucht,
von Stille durchdrungen.

Im Winter verfangen,
Tage, die uns in ihrer Weite
verstummen lassen.

Was wird werden?
Was wird bleiben?

(Gaby Bessen, Pfarrbriefservice.de)

Be-Denken

Mehr denn je
braucht unsere Welt:

An – Denker
Aus – Denker
Um – Denker
Vor – Denker
Nach – Denker
Über – Denker
Ab und Zu – Denker

Auch Querdenker?

(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Menschen(s)turm

Menschen stürmen
das US-Kapitol.

Wer hat vorher
ihre Gedanken gestürmt?
Wer hat vorher
ihre Einstellungen
auf Hetze eingestellt?
Wer hat vorher
dafür gesorgt,
dass es so ein
Nachher gibt?

Wer wird dafür sorgen,
dass wir uns nicht mehr
um die USA sorgen müssen?

(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Bedenkenswert

Nehmen wir mal an,
ein Engel stünde in deiner Tür.
Er nimmt dir die Angst,
als er das Erschrecken in deinen Augen sieht.
Er erzählt dir,
dass Gott Großes mit dir vorhat.
Und dir geht sofort durch den Kopf:
‚Das geht doch gar nicht’.
Außerdem würde es alles,
was du bis jetzt gemacht und geplant hast,
auf den Kopf stellen.
Abgesehen davon,
was die Leute sagen würden.

Was würdest du tun?

(Quelle: Andrea Wilke, Pfarrbriefservice.de)

Wir befinden uns
im „Lockdown light“.
November dunkeltrüb.


Suchen wir
in diesen Tagen
im Lockdown light
die Lockdown Lights:

Suchen wir
die kleinen Lichter
voll leuchtender Zuversicht.

Betrachten wir
den Lockdown light
in einem anderen Licht:

Lockdown Light und light


(Peter Schott, Pfarrbriefservice.de)

Gedanken zum Erntedankfest am 18. Oktober 2020:
http://kirche-in-mayschoss.de/wp-content/uploads/2020/11/Erntedankfest_2020.pdf

Quis ut deus? Gebetsheft zur Michaelsprozession am 29. September 2020:
http://kirche-in-mayschoss.de/wp-content/uploads/2020/11/St_Michael-2020_Gebetsheft.pdf

Das Gebetsheft zum Rochustag am 16. August 2020:
http://kirche-in-mayschoss.de/wp-content/uploads/2020/11/Pfarrfest-2020_Gebetsheft.pdf