Heilige Cäcilia – Schutzpatronin der Kirchenmusik

Stark und liebevoll verehrt bis heute


Gedanken zum Fest der Heiligen Cäcilia,
der Patronin der Kirchenmusik, am 22. November

Was wir über ihr Leben wissen, stammt weitgehend nur aus einer legendenhaften Schrift, der „Passio Sanctae Caeciliae“, die erst nach 486 nach Chr. entstand. Cäcilia zählt heute zu den volkstümlichsten Heiligen, die wir kennen. Sie wird sogar im Hochgebet der Eucharistiefeier erwähnt. Was den eigentlichen Titel „Patronin der Kirchenmusik“ angeht, so muss man einerseits sagen: Er ist leider aus einer fehlerhaften und ungenauen Textübertragung heraus entstanden. Im Originaltext heißt es nämlich: „Während die Musikinstrumente erklangen, sang die Jungfrau Cäcilia in ihrem Herzen und nur zu Gott gewandt …“. Aus diesem Satz wurde dann leider: „Die Orgel spielend sang die Jungfrau Cäcilia allein zu Gott …“. Andererseits wird die gesamte Kirchenmusik mit keinem anderen Namen so eng verknüpft wie mit dem ihrigen. Sie und die Kirchenmusik haben gewissermaßen einen Gleichklang.

Zahlreiche Kompositionen und Dichtungen

Wenn man so will, wurde durch eine sehr starke und liebevolle Verehrung dieser Heiligen mit ihrem zarten und zerbrechlichen Wesen die Musik als „unbeschreibliche“ Gottesgabe ihr „zugeschrieben“ und gewissermaßen „anvertraut“. Auf den jährlichen Cäcilienfeiern wurden und werden von speziellen „Bruderschaften“ und Chorgemeinschaften große und speziell mit ihrem Namen verknüpfte Kompositionen dargeboten. Namen, wie Palestrina, Orlando di Lasso, Henry Purcell, Jeremiah Clarke, Georg Friedrich Händel, Benjamin Britten … aber auch viele Dichter, wie etwa Heinrich von Kleist, sind nur einige Namen, deren Kompositionen und Dichtungen eine Hommage an diese Heilige sind.

Obwohl Cäcilia in ihrem Leben nie eine Orgel gesehen hat, ist dieses wunderbare Instrument seit dem 14. Jahrhundert eines ihrer besonderen Attribute. Die tradierte Erinnerung an sie hat bis heute unendlich viele Männer und Frauen regelrecht beflügelt und motiviert, sich dem Chorgesang zu verschreiben. Allein dem „Allgemeinen Cäcilien-Verband für Deutschland“ gehören zurzeit ca. 15.000 Chöre an.

Mit dem Beil hingerichtet

Die heilige Cäcilia wurde um 200 nach Chr. in Rom geboren. Bei ihr erinnert man sich gleich an die heilige Barbara. Beide waren kluge und bildhübsche Mädchen aus reichem Hause, beide hatten sich schon im Kindesalter insgeheim nur der Liebe zu Jesus verschworen, ihre Eltern hatten allerdings ganz andere Pläne mit ihnen. So musste auch Cäcilia einen vornehmen heidnischen Jüngling, den Valerianus heiraten. Beide ließen sich dann taufen. Sie kümmerten sich insgeheim um verfolgte Mitchristen, verteilten ihren eigenen Reichtum unter den Bedürftigen. Cäcilia soll dann im Jahr 230 nach Chr. mit dem Beil hingerichtet worden sein. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts setzte die Verehrung Cäcilias ein, seitdem ist ihr die Kirche S Cecilia im Stadtteil Trastevere geweiht. Das Fest der hl. Cäcilia wurde im 8. Jahrhundert in den Messkanon aufgenommen und auf den 22. November, ihr mutmaßliches Todesdatum, festgelegt.

(Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe, In: Pfarrbriefservice.de)